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Börseneinstieg Fondssparplan

Ein ETF-Sparplan ist der Grundpfeiler für die eigene, langfristige Vermögensanlage durch regelmäßiges Sparen und die optimale Maßnahme für Personen, die wenig Zeit für die Geldanlage aufbringen können und dennoch eine marktübliche Rendite erzielen möchten. ETF-Sparpläne haben langfristig gute Renditechancen bei geringen Kosten und lassen sich einfach einrichten.

(Aktiv) Gemanagter Fonds vs. ETF

Zunächst muss man zwischen einem (aktiv) gemanageten Fonds und einem ETF (Exchange Traded Fund) unterscheiden. Aktiv gemanagete Fonds erhält man in der Regel bei Regional- bzw. Filialbanken. Diese bieten (meist teure) Fonds an, die von einem Fondsmanager betrieben werden. ETFs bilden hingegen bestehende Indizes ab - ohne die Arbeit eines Fondsmanagers. ETFs sind dabei nicht schlechter als aktive Investmentfonds und zeichnen sich durch deutlich geringere Gebühren aus. Aus diesem Grund sind ETFs sehr beliebt und auch zentraler Bestandteil meiner Geldanlage!

Für wen lohnt sich überhaupt ein ETF-Sparplan?

Im Grunde genommen für alle, die zu geringen Gebühren an der Börse Geld anlegen möchten. Auf dem Sparbuch gibt es (so gut wie) keine Zinsen, also müssen Alternativen her - renditestarke Alternativen! Man sollte sich nur bewusst sein, dass der Wert der Fondsanteile aufgrund des Börsenhandels täglich varriert und deshalb mit Risiken verbunden ist. Wer jedoch gerne mehr als die 0,01% Zinsen auf dem Sparbuch erzielen möchte, kommt nicht drum herum, ein gewisses Risiko bei der Geldanlage einzugehen. Dabei sind die börsenüblichen Schwankungen als notwendiges Übel anzusehen. Das Motto lautet bei Sparplänen eher "in Ruhe zur Rendite". Als Zeithorizont werden im Lehrbuch 5 Jahre (oder länger) veranschlagt. Ich selbst bespare meine ETF-Sparpläne kontinuierlich und langfristig, ohne dabei konkret auf einen Zeithorizont zu achten. Sobald ich das Geld benötige, kann ich es verwenden.

Flexibilität bei Ratenhöhe und Einstiegszeitpunkt

Direktbanken bieten Sparpläne bereits ab €25 an, sodass selbst bei geringen Sparraten in verschiedene ETFs investiert werden kann. Die Sparraten können nach Belieben entweder zum 1. oder zum 15. eines Monats ausgeführt werden. Bei Bedarf können die Sparraten auch ausgesetzt werden.
Beim regelmäßigen Kauf (z.B. monatlich) von ETF-Anteilen erwirbt der Anleger Anteile am Fondsvermögen in Höhe seiner Sparrate. Bei höheren Kursen werden somit weniger, bei niedrigen Kursen mehr Anteile erworben. Dadurch entsteht ein Vorteil des regelmäßigen Sparens, der sich Cost-Average-Effekt nennt. Somit ist die Frage nach dem optimalen Einstiegszeitpunkt an dieser Stelle zu vernachlässigen. Auf lange Sicht entsteht ein durchschnittlicher Einstiegskurs und der Anleger muss keine Anstrengungen unternehmen, die richtigen Einstiegszeitpunkte herauszufinden. Auf lange Sicht ist der Einstiegszeitpunkt also irrelevant, sofern man die Disziplin mitbringt, regelmäßig weiterzusparen, auch wenn die Kurse mal gefallen sind. Verkaufen kann man seine ETFs grundsätzlich immer wenn man sein Guthaben verwenden möchte!
Ich selbst bespare ETFs in Form von Aktienfonds. Dass sich solche Sparpläne demnach für Langfristanleger lohnen können, kann man dem DAX-Rendite-Dreieck (Quelle: Deutsches Aktieninstitut) entnehmen. Die grünen Felder zeigen, in welchen Jahren Gewinne erwirtschaftet wurden, rote in welchen der DAX einen negativen Verlauf hatte. Dabei wird auf der vertikalen Achse das Jahr des Ankaufs und auf der horizontalen das Jahr des Verkaufs angegeben. Eindeutig ersichtlich ist, dass wenn man die Anteile lange hält, man zu einer hohen Wahrscheinlichkeit einen Gewinn einfährt. Verluste machten zum Beispiel diejenigen, die kurz vor dem Börsencrash (Dotcom-Blase) um 2000 ge- und zügig wieder verkauft haben. Wären diese Anleger weiter investiert gewesen, hätten sie trotz der herben Verluste um die 2000er, langfristig Gewinne erzielt.
2017-12-31 DAX-Rendite-Dreieck 50 Jahre Sparplan Web_Page_1
ETF-Gebühren sind sehr gering!

Wozu einen (teuren) aktiv gemanagten Investmentfonds bei einer Filialbank besparen, wenn man auch die günstige Variante über einen ETF haben kann? Manch einer mag argumentieren, dass Fondsmanager aktiv eingreifen können um dadurch auf gewisse Risiken am Kapitalmarkt zu reagieren. Das ist nicht falsch - allerdings ist auch mehrfach nachgewiesen worden, dass der Markt (DAX, MSCI World, S&P500...) langfristig sogar besser (!) performed als ein aktiv gemanagter Fonds. Aus diesem Grund sollte man sich die wirklich sehr hohen Gebühren für Ausgabeaufschläge sparen. Die Grafik veranschaulicht, dass die Ersparnis bei einer monatlichen Sparrate i.H.v. € 200 nach 10 Jahren bei ca. € 1.200 liegt - nach 25 Jahren sogar bei ca. € 3.000! Sollte jemand gar € 500 pro Monat in ETFs anstatt in Investmentfonds sparen, spart diese Person in 30 Jahren satte € 9.000.
ETF vs Investmentfonds
Risikostreuung

Durch die geringen Mindestsparbeträgen können selbst Kleinanleger und Einsteiger die Geldanlage gut diversifizieren und somit Risiken streuen. Bei der Auswahl der ETFs können nach Belieben Schwerpunkte je globaler Region, Branche oder Investitionsobjekt gesetzt werden. Für Einsteiger empfiehlt es sich in einen globalen Index (wie den MSCI-World) und ggf. den Heimatmarkt (in Deutschland z.B. der DAX) zu investieren. Die globale Anlage dient dazu, möglichst breit diversifiziert (=Risiken gestreut) zu sein. Eine Anlage in Wertpapiere des Heimatmarktes ist für Einsteiger oft sehr greifbar, da hier Anteile von Unternehmen enthalten sind, die ihnen im täglichen Leben oft begegnen. Durch eine ausgewogene Streuung in viele Märkte stellen sich Anleger möglichst breit auf und verteilen Risiken.

Worauf muss man achten?

Man sollte die Kosten seiner Depotbank berücksichtigen. Hier schlummert riesiges Sparpotenzial, da sich die Kosten für die Geldanlage unmittelbar auf die Performance auswirken. Per sé sind ETFs eine günstige Möglichkeit, Geld an der Börse anzulegen. Oft bieten Direktbanken Sonderaktionen an, in denen eine Vielzahl an ETFs kostenfrei oder zu verschwindend geringen Gebühren erworben werden können. Eine Übersicht für Depots und aktuelle Angebote findest Du unter Depots.

Die TER (=Total Expense Ratio = Gesamtkostenquote) gibt an, wie hoch die jährlichen Kosten (Verwaltungsgebühren etc.) für einen ETF sind. Diese Information ist meist im Fondsprofil der Depotbank ersichtlich.

Es gibt thesaurierende und ausschüttende Fonds. Die Wertpapiere eines Fonds schütten unterjährig Erträge aus. Bei thesaurierenden Fonds/ETFs werden diese Ausschüttungen sofort reinvestiert, d.h. man erhält durch diese Reinvestition zusätzliche Anteile an dem Fonds/ETF. Ausschüttende Fonds geben diese Zahlung an die Anteilseigner weiter, sodass im Endeffekt ein kleiner Geldbetrag auf dem Konto landet.
Ich persönlich investiere vorrangig in thesaurierende ETFs, da ich von der Reinvestition in den Fonds partizipieren möchte.

Durchhaltevermögen ist das A und O bei der Analge in Fondssparplänen. Auch bei schwächelnden Börsen sollten die Sparpläne immer weiter bespart werden. Bei geringeren Kursen erwirbt man mit der Höhe seiner Sparrate mehr Fondsanteile. Sobald sich die Börse erholt hat, partizipiert man umso mehr von diesem Anstieg!

Welche ETFs soll man denn nun kaufen?

Diese Frage wird hier nicht beantwortet, da es sich hier nicht um eine Anlageberatung handelt. Man sollte bei seiner ETF-Auswahl darauf achten, die Risiken möglichst gut zu streuen. Als Indiz für eine mögliche (!) Aufteilung die Auflistung der ETFs, in die ich monatlich investiere (wichtiger Hinweis: KEINE Anlageempfehlung, sondern rein die Darstellung meiner Sparpläne zu Informationszwecken!):

DAX - LYXOR DAX (WKN: LYX0AC, ISIN: LU0252633754)
MSCI WORLD INDEX - XTRACKERS MSCI AC WORLD (WKN: A1W8SB, ISIN: IE00BGHQ0G80)
MSCI North America - XTRACKERS MSCI NORTH AMERICA HIGH DIVIDEND YIELD (WKN: A1W9VB, ISIN: IE00BH361H73)
MSCI Emerging Markets - Xtrackers MSCI Emerging Markets (WKN: DBX1EM, ISIN: LU0292107645)


Was brauche ich um einen Sparplan zu eröffnen?

Sobald man sich Gedanken über die Höhe der Sparrate gemacht und einen ETF für seinen Sparplan ausgesucht hat kann man auch schon loslegen. Voraussetzung dabei ist, dass man über ein Depot verfügt. Hier werden die Anteile an den Fonds "deponiert". Wichtig bei der Wahl des richtigen Depots ist, dass die laufenden Kosten (Ordergebühren bei Kauf) gering sind. Zudem sollte das Depot an sich grundsätzlich kostenlos sein. Sofern Du noch kein Depot hast, findest Du unter Depots eine Übersicht über die Anbieter bei denen ich meine Depots habe und einen aktuellen Vergleichsrechner.

Fazit: Der ETF Sparplan ist der optimale Einstieg für die langfristige Geldanlage. ETFs bieten ein hohes Maß an Flexibilität, da sowohl die Höhe als auch der Zeitpunkt der Sparrate variabel sind. Die Raten können problemlos erhöht, verringert oder ausgesetzt werden. Wichtig: Wenn jemand extrem risikoavers ist (also gar keine Risiken bereit ist einzugehen), sollte er sich entweder versuchen an Risiken zu gewöhnen oder die Finger von der ETF-Geldanlage lassen und sich auf Tages- und Festgeldkonten fokussieren. Denn was wirklich sicher ist, ist dass der Wert der Fondsanteile schwanken wird.

Wrap up
• Durch regelmäßige Kaufaufträge muss man sich nicht um den optimalen Einstiegszeitpunkt kümmern (Cost-Average-Effekt)
• Langfristiger Anlagehorizont und Disziplin vorteilhaft, um die Effekte des Sparplans auszunutzen
• Diversifikation durch mehrere Index-Sparpläne, um Risiken zu streuen und zu minimieren
Folgende Anbieter von kostenlosen Depots bzw. Sparplänen haben mich überzeugt:

1. Consorsbank Sparplan

2. comdirect Depot Anleger

3. OnVista Bank

4. Das kostenlose Direkt-Depot der ING!