Die Alternative aktiven Investmentfonds sind ETFs (= Exchange Traded Fund = börsengehandelter Fonds). Die Funktionsweise unterscheidet sich grundsätzlich von dem aktiv gemanagter Fonds. Beim ETF entscheidet kein Fondsmanager über die Zusammenstellung, also die „Zutaten“ des Fonds. Ziel eines ETFs ist es, einen Index (meist einen Aktienindex wie den DAX, Dow Jones, S&P500 oder MSCI World etc.) zu rekonstruieren. Dadurch haben Anleger die Möglichkeit die sogenannte „Marktrendite“ einfach, effizient und kostengünstig zu erwirtschaften und gute Ergebnisse bei der Geldanlage zu erzielen. Oft sind diese sogar besser als aktive Fonds! Nicht zuletzt deshalb steigt die Anzahl der angebotenen ETFs sukzessive.
Durch das fehlende Management entfallen die hohen Kosten für die Verwaltung, Performance und den Kauf von Anteilen, die bei Investmentfonds anfallen. Dadurch wird Anlegern ein kostengünstiger Zugang zur Geldanlage am Kapitalmarkt ermöglicht. Die Kosten der ETFs belaufen sich auf lediglich 0,1-0,5% pro Jahr.
Da ETFs an der Börse gehandelt werden, sind die immer verfügbar. Unabhängig vom aktuellen Wert ist es immer möglich ETFs zu kaufen und zu verkaufen. ETFs geben Anlegern die Möglichkeit in diverse Märkte bzw. Länder zu investieren und somit das Risiko zu streuen. Man kann durch ETFs simpel weltweit investieren indem man Anteile von ETFs kauft, welche in Deutschland, den USA, Europa, Asien, Schwellenländer oder auch die ganze Welt investieren, da die Wertentwicklung an die der Indizes gekoppelt sind. Und da ETFs hunderte Wertpapiere bündeln sind Anleger durch diese Art der Geldanlage oft gut diversifiziert.

Replizierende vs. synthetische ETFs
Es gibt zwei Möglichkeiten die Wertentwicklung eines Indizes nachzubilden. Eine Möglichkeit besteht darin, dass der Fonds die Wertpapiere zu gleichen Anteilen kauft, wie sie im nachzubildenden Index vorzufinden sind. Beispielsweise beträgt der Anteil von Daimler Aktien im DAX 5% - also kauft der Fonds ebenfalls so viele Daimler Aktien, sodass die Gewichtung der Anteile 5% des Fondsvermögens beträgt. Diese Art von ETF bezeichnet man als „physisch“ oder „voll replizierend“.
Bei synthetisch replizierenden ETFs (auch „Swap-basierte ETFs“) wird das Fondsvermögen nicht in die Wertpapiere, sondern in Derivate wie z.B. Swapgeschäfte investiert. Das klingt für viele fremd. In der Regel bekommt der Anleger davon wenig mit, da sich sein Fonds wie erwartet entwickelt. Verbraucherschützer bemängeln dabei, dass Anleger dadurch indirekt in Finanzinstrumente investieren über die sie eigentlich keine Kenntnisse verfügen.
Im Endeffekt ist es zu vernachlässigen, ob ein ETF physisch replizierend oder swap-basiert ist. Wer dem Grundgedanken der Fondsanlage folgt, greift zum physisch replizierenden ETF.

Sowohl ETFs als auch Investmentfonds gelten als idealer Einstieg in die Geldanlage am Kapitalmarkt. Die ETFs punkten dabei zusätzlich durch die erheblichen Kostenvorteile.

Fazit: Durch die Einfachheit, der Transparenz und der geringen Kosten sollte jeder, der seine Finanzen selber organisiert, sich diese Vorteile zunutze machen. Ein ETF-Sparplan ist insbesondere für Einsteiger ein guter Startpunkt für die eigenständige Geldanlage!

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